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Integration in der Kita der Erlösergemeinde

Kindertagesstätten-Logo Evangelische Kindertagesstätte der Erlösergemeinde
Wikingerufer 9
10555 Berlin

Tel.: (030) 391 24 89
Fax: (030) 39 833 833
email: kita@erloesergemeinde-moabit.de

Komm lass uns gemeinsam spielen

von Alexandra Mühlschlegel

Diesen Satz kann man in unserem Kindergarten oft andere Kinder zu Sophie sagen hören. Sophie ist vier Jahre alt und eines der Kinder mit einer Behinderung, die in unserer Kita betreut werden.

Seit 1987 findet in der Kindertagesstätte der Erlösergemeinde Integrationsarbeit statt. Das bedeutet, dass nichtbehinderte und behinderte Kinder gemeinsam betreut werden. Ein integrativer Kindergarten übernimmt gleichzeitig all die Aufgaben, die herkömmlicherweise dem Regelkindergarten und dem Sonderkindergarten getrennt zugewiesen sind. Die Integrationskindertagesstätte kommt somit den Anforderungen nach, der modernen, an der jeweils sehr unterschiedlichen Lebenssituation der Kinder orientierten Kindergartenpädagogik zu genügen sowie gezielte und wirksame Hilfen für die behinderten Kinder zu gewähren.

Uns allen, die wir hier arbeiten, ist es besonders wichtig, dass jedes Kind in seiner Einzigartigkeit und Persönlichkeit mit seinen ganz individuellen Fähigkeiten geschätzt und gefördert wird.

Nichtbehinderte Kinder lernen früh, dass es Kinder gibt, die in einigen Dingen noch nicht so selbständig sind wie sie und den Kindern mit einer Behinderung wird der Umgang mit einer normalen Umwelt nicht verwehrt. Sie finden in ihren Spielkameraden nachahmenswerte Vorbilder. Unsere Kinder lernen vorbehaltlos Hilfsbereitschaft und Toleranz untereinander zu entfalten und die Achtung vor der Persönlichkeit der anderen Kinder zu lernen.

"Komm laß uns gemeinsam spielen, hast du Lust?" wird Sophie von einem Kind aus ihrer Gruppe gefragt. Sophie strahlt und lacht wie so oft, ihre Antwort fällt heute "Nein" aus. "Macht nichts", sagt das andere Kind, "vielleicht beim nächsten Mal".

Es liegt in der Normalität und Selbstverständlichkeit wie die Kinder miteinander umgehen und was die Integration ausmacht. Durch ihre kindliche Unbefangenheit lernen sie schon früh, für Dinge offen zu sein, die anders sind und Feingefühl dafür zu entwickeln. Schon jetzt schaffen sie sich selbst die Grundlage dafür, später keinen Unterschied zwischen den Menschen in seiner Wertigkeit zu machen, sondern zu erkennen, dass jeder Mensch wichtig ist für die Gemeinschaft. Nichtbehinderte und Behinderte lernen gemeinsam zu leben und voneinander zu lernen.

Ein gutes Gefühl, wenn wir daran denken, dass unsere Kinder die Erwachsenen von morgen sind.

25. März 2002


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