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des 5. Sonntags nach Trinitatis (Reihe VI)

Zweiter Brief an die Thessalonicher, Kapitel 3, Verse 1-5

(30. 6. 2002)

Glauben wir noch an Gott, vertrauen wir seiner Treue in den Nöten unseres Lebens und unserer Gemeinde?

Der Abschnitt, aus dem dieser Predigttext stammt, ist dem dritten und letzten Kapitel des zweiten Briefes des Apostels Paulus an die Thessalonicher entnommen. Davor handelt Paulus von der Bedrängnis der Gemeinde in einer immer schwieriger werdenden Welt, in der die kleine Christen-Gemeinde sich nach innen und außen gegen allerlei Übergriffe und Bedrohungen zu rüsten hat. Die Verse des Predigttextes klingen zunächst wie ein Schlusswort, wenn nicht noch anschließend wie in einem Anhang gegen den "Müßiggang" polemisiert und von der Gemeinschaft mit den falschen Brüdern abgeraten würde, die dem Wort des Apostels ungehorsam sind.

In den V. 1-5 des 3. Kapitels spricht Paulus die Hoffnung aus, dass das Wort des "Herrn" (also Jesu Christi) missionarisch Früchte trägt, wobei er davon ausgeht, dass die Gemeinde das vom Apostel Gebotene annimmt und befolgt. Offenbar gibt es oder gab es Auseinandersetzungen um Paulus (und sein Evangelium) in der Gemeinde. Nun aber hofft er auf ihr Gebet (Fürbitte) "für uns" und auf die (baldige) Trennung ("Erlöstwerden") von den falschen Brüdern. Denn es gibt oder gab Brüder in der Gemeinde, die den echten Christus-Glauben nicht teilen ("der Glaube ist nicht jedermanns Ding", V. 2). Paulus vertraut darauf, dass der "Herr" weiterhin unter ihnen wirksam ist, sie "stärken" und in seiner "Treue" (V. 3) vor allem Bösen bewahren wird. Zuletzt drückt er wie in einem Gebet den Wunsch aus, dass der Herr ihre "Herzen" auf die "Liebe Gottes" und zugleich auf die "Geduld Christi" ausrichten möge.

Fragen an uns: Haben wir ausreichend Vertrauen in die Führung Gottes und in seine Treue? Wo haben wir das Wort der Apostel in unserem Leben strenger zu beachten, als wir das meistens tun? Ist das Böse kein Thema mehr für uns? Wie steht es um Kanzelworte und kirchliche Verlautbarungen im Zeitalter der Ökumene? Nehmen wir Notiz davon, arbeiten wir damit? Was erwarten wir von der Zukunft? Nach welchen Kriterien entscheiden wir uns als Christen für diese oder jene Partei bei den bevorstehenden Bundestagswahlen? Haben wir Geduld im Umgang mit den Problemen und Nöten des Tages? "Läuft" alles gut in unserer Gemeinde? Wo gibt es Blockaden oder Sand im Getriebe? Oder lassen wir alles laufen, ohne nach Zielen zu fragen? Wenden wir uns im Alltag unserer Probleme wirklich an Gott, rechnen wir noch mit seiner Treue? Ist der Glaube tatsächlich unser "Ding"?

Pfarrer Massalsky, 27. 6. 2002

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